Warum kein Sommerkarneval? (Jürgen Hodemacher)

 

Fastnacht/Karneval ist das älteste deutsche Volksbrauchtum. Die Pflege des fastnachtlichen Geschehens ist ein kulturförderndes Brauchtum, das zu erhalten sich die Karnevalisten immer bemühen. Franz Wolf, Ehrenpräsident im Bund Deutscher Karneval, schrieb einmal in einem Grußwort: „Unser Bedürfnis muß es sein, das uns überlieferte Brauchtum zu erhalten und es in eine Beziehung zur Gegenwart und Zukunft zu bringen - unter Berücksichtigung der uns überlieferten Tradition.“

Der Karneval ist eines der ältesten Feste überhaupt und sein Ursprung in den alten Religionen, vermutlich Attikas und Roms, zu suchen. Als man während der Christianisierung erfahren mußte, daß das Volk die christlichen Festtage nicht annahm sondern weiterhin ihre heidnischen Feste feierte, legte die Kirche kurzerhand mehrere ihrer Feiertage auf die Tage, an denen die Heiden ihre Feste begingen. Fastnacht ist so ein Beispiel. Dieser Begriff, der eine 40-tägige Fastenzeit vor Ostern einläuten soll, war früher die Fasnacht (ohne t - fasen = den Toren spielen oder faseln = gedeihen, fruchten). Bei Wolfram von Eschenbach heißt es in der mittelhochdeutschen Form um 1206 „vasnaht“, also auch ohne t, und dieses t fehlt in nahezu allen mundartlichen Formen, was beweist, daß dieser Feiertag ursprünglich mit Fasten nichts zu tun hatte. Es war die Freude der Menschen über die Überwindung des Winters und des kommenden Frühlings. Eine charakteristische Tatsache in der ersten Zeit des Christentums war die Mühseligkeit, einige heidnische Sitten auszutreiben, und vor allem solche, bei denen die öffentlichen Vergnügungen oder Schaustellungen die Hauptrolle spielten. Die Kirchenväter mußten zu bestimmten Kompromissen bereit sein, indem sie wenigstens das Datum mancher Feierlichkeiten beibehielten, deren Charakter, wenn auch bedeutend modifiziert, dennoch manche Merkmale früherer Zeiten trug.

Die Kirche änderte also ihre Einstellung, die heidnischen Feste auszurotten und versuchte schon im frühen Mittelalter die heidnischen Bräuche, die sie nicht ausrotten konnte, zu absorbieren und zu verchristlichen.

So lehnen sich noch heute die Fastnachtstage eng an das Kirchenjahr an und es verbietet sich, außerhalb des christlichen Kalenders Fastnacht/ Karneval zu feiern.

Der Bund Deutscher Karneval e. V. mit Sitz in Köln hat bei einer Fachtagung im Dezember 2003 für die von ihm vertretenen knapp 5000 Vereine folgendes festgeschrieben: „Mit der satzungsgemäßen Zielsetzung des Bundes Deutscher Karneval ist der Sommerkarneval unvereinbar. Daneben muß der Karneval im Bereich des BDK auch seine kalendarisch umschriebene Festzeit strengstens einhalten. Dies bedeutet, Brauchveranstaltungen nur zwischen dem 3. 11. und dem Tag vor dem 1. Advent (d. h. um den 11.11.) und vom 1. 1. bis Aschermittwoch zu veranstalten oder zu besuchen. Ausnahmen können aus landsmannschaftlichen Bedingungen, vom Präsidenten des zuständigen Regionalverbandes begründet, genehmigt werden.“

Also warten die Karnevalisten schön sittsam den Beginn im November ab, um dann nach einer längeren Pause, Anfang des neuen Jahres, zu Hochtouren aufzulaufen.

Die Kulturpreisträger des BDK

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Neuer GEMA-Gesamtvertrag mit neuer Tarifvereinbarung Nr.1 "Karnevalistischer Tanz" zum 01. April 2019 gültig!

 

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